Esthal

Die Gemeinde Esthal hat rund 1700 Einwohner und liegt auf einem Plateau im Pfälzerwald. Der Ort ist selbst für die abgelegene Verbandsgemeinde Lambrecht eine Oase der Ruhe. Eine gut ausgebaute und fünf Kilometer lange Kreisstraße führt bei der Siedlung Sattelmühle vom Elmsteiner Tal ins 365 Meter hochgelegene Walddorf.

Im Mittelalter wurde hier in Esthal Holz geäschert für Glashütten und Schmelzwerke. 1380 erscheint die "Aschenstelle" ("Estall") erstmals in einer Speyerer Urkunde. Die Siedlung war bis 1794 im Besitz der Herren von Erfenstein, auch die gleichnamige Burg im Speyerbachtal.

Zu Esthal gehören die Ortsteile Erfenstein, Breitenstein und Sattelmühle. Die Burg Erfenstein wurde im 13. Jahrhundert von den Leininger Grafen errichtet, zum Schutz der Wälder. 1380 wurde hundert Meter talaufwärts eine neue Burg bezogen, Bergfriedreste beider Burgen sind bis heute noch zu sehen.
Die auf der gegenüberliegenden südlichen Talseite stehende Ruine Spangenburg (Gemarkung von Neustadt) aus dem letzten Drittel des 11. Jahrhunderts, gehörte dem Fürstentum Speyer. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört. Seit 1972 hat sie ein Verein restauriert, sie ist wieder bewirtschaftet.

Der Sage nach soll zwischen Erfenstein und Spangenberg eine Lederbücke bestanden haben, die bei nachbarschaftlicher Fehde zerschnitten wurde. Die Burg Breitenstein entstand wie Erfenstein durch die Leininger Grafen zur selben Zeit. Turmfundamente einer älteren Burg wurden sechzig Meter oberhalb gefunden. Beide wurden 1470 durch kurpfälzische Truppen zerstört.
Im Jahr 1426 wurde in Esthal erstmals eine Kirche erwähnt, die auch heute noch katholisch ist. Die Bruder-Konrad-Kirche stammt allerdings von 1934, sie schließt Teile der Kirche St. Katharina ein und beherbergt eine hölzerne Statue der Heiligen, sowie des Petrus aus der Zeit um 1500. Der Kirchenpatron (Bruder Konrad) wurde von dem Haßlocher Künstler Walter Dell geschnitzt. Am Seitenportal ist ein Wappenstein aus der alten Kirche zu sehen, der auf die Herren von Dalberg hinweist, denen im 18. Jahrhundert die Burg Erfenstein und damit Esthal unterstanden. Die Protestanten besitzen seit 1900 einen Gemeindesaal.

In Esthal befindet sich auch unser Kloster St. Maria. Es wurde in den Jahren 1951/52 und 1958/59 als pfälzisches Provinzhaus der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) erbaut. Auch nach der Zusammenführung der vier deutschsprachigen Provinzen (Baden-Hessen, Bayern, Pfalz und Österreich) am 10. April 2005 zur Provinz Deutschland und Österreich ist es für die Schwestern dieser Region weiterhin von großer Bedeutung.

Esthal besitzt herrliche Wanderwege, die viele Naturfreunde besonders am Wochenende zu schätzen wissen.

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